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Sie gestalten Ihre Miniaturen sorgfältig mit viel Können
und Liebe. Dann sind Ihre Werke auch würdig gut fotografiert
zu werden. Fotos dienen als Archivierung und Erinnerung. Wenn man
ein kleines Kunstwerk verschenkt oder verkauft, bleibt einem nichts
als ein Foto davon.
Darum haben wir diese kleine Anleitung zum Fotografieren von Miniaturen
erstellt. Alle Fotos sind genau nach dieser Anleitung gemacht.
Der Karren ist 72 mm lang, inkl. den langen Stangen,
1:48.

Grössenvergleich
Besonders bei kleinen Objekten ist ein Grössenvergleich wichtig.
Wir raten von Münzen ab. Wer hat schon eine solche Münze
griffbereit und wer kennt eine solche Münze ausserhalb Ihres
Landes (z. B. die Schweiz hat keine EURO-Münzen).
Wir empfehlen etwas was jeder Mensch im Gefühl hat und auch
immer dabei hat: Seine Hand, seine Finger. Die Tatsache, dass es
kleine und grosse Hände und Finger gibt ist unwichtig.
Für Fortgeschrittene:
Ein kleiner Massstab mit deutlicher Millimeter-Einteilung zeigt
ganz genau die Grösse an. Auf der ganzen Welt kennt man Millimeter,
sogar die Amerikaner mit ihren Zoll und Inches.
Immer dasselbe Fenster 1:48.
    
1:48

Das Kanonenrohr ist 8 mm lang, 1:250

Der Rumpfausschnitt ist 26 mm hoch, 1:300

Die Fotokamera
Ideal ist eine digitale Kamera mit Makroeinstellung. Das Foto kann
sofort kontrolliert werden. Bei manchen Geräten kann man sogar
in das Foto hinein zoomen. So ist die Kontrolle der Schärfe
sehr einfach. Zudem haben digitale Kameras gegenüber den 35
mm Fotokameras (Negativ / Dia) den grossen Vorteil, dass sie dank
kleinem Chip eine wesentlich bessere Tiefenschärfe besitzen.
Wichtig: Die Kamera muss
auf ein gutes Stativ geschraubt werden. Auf keinen Fall aus der
Hand fotografieren.
Für Fortgeschrittene: Bei
ganz kleinen Objekten empfiehlt sich eine zusätzliche Nahlinse.
Doch die Tiefenschärfe wird kürzer.
Hintergrund
Ist das Objekt noch nicht in eine Miniatur eingebaut, so kann man
es auf einen neutralen Untergrund platzieren. Am einfachsten ein
grosses, hellgraues Papier nehmen. Ein weisses Papier kann in einem
einfachen Fotoapparat zu dunklen Fotos führen.
Für Fortgeschrittene:
Sehr gediegen sieht ein Rundhorizont aus: Ein sehr grosses Papier
welches nach hinten hochgewölbt ist. Hat man genügend
Platz und man fotografiert viel, so ist eine kleine, fest eingerichtete
Fotoecke ideal.
Foto für eine Bauanleitung. Mit einer festen
Einrichtung ist so etwas sehr schnell fotografiert.
Beleuchtung
Das Wichtigste: Den eingebauten
Blitz nicht benutzen. Er ist unbrauchbar.
Das Licht soll sehr hell und weich sein. Einfach ist eine klassische
Glieder-Schreibtischlampe. Darin eine matte 150 Watt Glühbirne.
Vorsicht: Eine Schreibtischlampe
ist nur für 60 Watt Glühbirnen gebaut. Eine 150 Watt Glühbirne
wird sehr sehr sehr heiss! Darum die Lampe nur maximal 1 Minute
brennen lassen, dann ausschalten und 1 Minute abkühlen lassen.
Eine Niedervolt-Schreibtischlampe ist nicht ganz so hell. Ihr Licht
ist zudem sehr hart. Eine Schreibtischlampe hat den Vorteil, dass
man Sie beliebig und präzise über dem Objekt platzieren
kann.
Die Lampe 15 bis 25 cm nahe an das Objekt halten. Position seitlich
von oben. Eventuell sind die Schatten zu dunkel. Dann einfach ein
dickes weisses Papier als Aufheller seitlich vorne positionieren,
Abstand zum Objekt 10 cm. Oder mit einer 75 Watt Lampe von seitlich
vorne aufhellen.
Für Fortgeschrittene:
Eine professionelle Blitzlichtanlage ist sehr gut.
Hier einige Beispiele für das Gestalten mit Licht:
Das Hauptlicht streift nur die Segel. Dadurch wölben
sich die Segel deutlich.
Jedoch wird so das Papier auch deutlich als Papier erkennbar.

Nun scheint das Hauptlicht von oben hinten. Die
Segel werden ein wenig transparent. Starke Hell-Dunkel-Kontraste.

Dramatischer Schatten auf dem Untergrund. Ergibt einen künstlerischen
Touch.

Höhe des Schiffes 94 mm, 1:400
Das Hauptlicht kommt von vorne. Das Arrangement wirkt sehr flach.

Das Hauptlicht kommt von direkt oben. Die Papierstruktur
ist deutlich sichtbar. Dramatischer, härter.

Das Hauptlicht kommt von hinten rechts. Vorne ist
alles schwarz. Düster, geheimnisvoll.

Das Hauptlicht von direkt oben, streift über
die Segel. Vorne dunkel.

Das Hauptlicht ist direkt über der Kamera,
wie ein eingebauter Blitz.
Alles wirkt flach. Der Hintergrund ist dunkel. Die Muscheln vorne
sind zu hell.

Das Hauptlicht ist vorne links. Der Hintergrund
ist hell.
Die Flaggen sind viel zu hell, besonders die grosse Flagge oben.

Das Hauptlicht kommt ganz flach rechts von der Seite.
Dramatische Beleuchtung der Rumpfseite.

Sie sehen, ein komplexes Werk kann man auf verschiedene Art fotografieren.
Welches ist die beste Ansicht des Werkes? Welches ist die beste
Beleuchtung für das Werk? Manchmal reicht ein einziges Foto
nicht um alle Aspekte eines Werkes zu zeigen.
Kamera einstellen
Der Hintergrund ist gesäubert. Die Lampen sind bereit. Die
Kamera ist fest auf dem Stativ. Die Linse sollte nicht näher
als 10 cm vor dem Objekt sein. Ansonsten kann man das Objekt nicht
mehr gut ausleuchten. Zudem leidet die Kamera unter der Hitze der
Lampe.
Jetzt die Lampen einschalten und die Kamera einstellen:
Eingebauter Blitz ausschalten.
Höchstmögliche Bildgrösse und Bildqualität
wählen.
Weissabgleich (Farbeinstellung) auf Automatik oder
Glühlicht stellen.
Makrofunktion einschalten. Mit automatischer Scharfeinstellung.
Selbstauslöser einschalten.
Für Fortgeschrittene:
Die Blende möglichst klein einstellen. Das heisst,
je höher die Blendenzahl, desto besser. Dafür ist die
Verschlusszeit egal.
Kleinstmögliche ASA/ISO-Einstellung wählen.
Einen manuellen Weissabgleich machen. Dabei ein weisses
Papier direkt vor das Objekt halten.
Nun wird fotografiert. Den Auslöser halb herunterdrücken.
Die Schärfe und die Blende stellt sich ein. Dann den Auslöser
ganz herunterdrücken. Die Hände wegnehmen und nichts mehr
berühren. Dank Selbstauslöser ist das Foto in etwa 10
Sekunden gemacht.
Danach das Foto im Sucher/Monitor kontrollieren.
Je kleiner ein Objekt ist, desto geringer ist die Tiefenschärfe.
Ist die fotografierte Fläche nur 20 mm breit, so kann die Tiefenschärfe
lediglich 2 mm betragen. Folgende Möglichkeiten für eine
bessere Tiefenschärfe gibt es:
An der Kamera die Schärfe, die Belichtungszeit,
die Blende sowie die ASA-ISO-Einstellung ändern.
Einen grösseren Ausschnitt fotografieren. Dann
am Computer vom Bild einen engen Ausschnitt wählen.
Das Objekt so drehen, dass es möglichst flach
zur Kamera liegt.
Bewusst nur eine Ecke des Objektes scharf fotografieren.
Der Rest ist dann unscharf.
Mehrere identische Fotos vom selben Objekt machen.
Jedoch sind unterschiedliche Bereiche scharf. Dann im Computer alle
scharfen Bereiche zu einem neuen Foto zusammenretuschieren.
Ein teures Neige-Spezialobjektiv für Spiegelreflexkameras
kaufen.
Eine bessere Kamera kaufen.
Deckstück eines Schiffes, die beiden liegenden
Stangen im Vordergrund sind 7 mm lang,
Totalhöhe 19 mm, 1:250. Das ganze Objekt ist von vorne bis
hinten scharf.

Der Eimer mit Tragebügel ist 2 mm hoch. Nur
noch ein Bereich von 3 mm ( in der Tiefe) ist scharf.

Der Anker ist 6 mm breit und hoch, 1:400. Hier ist
nur vorderste Bereich scharf.

Nachbearbeitung am Computer
Wenn alles richtig geklappt hat, sollte das Foto nun gut sein. Mit
einem einfachen Bildprogramm kann man eine verkleinerte Version
für das Internet herstellen: Dateiformat JPG, Qualität
etwa 60% oder 6/10, Bildbreite etwa 500 bis 700 Pixel.
Für Fortgeschrittene:
Mit einem guten Bildbearbeitungsprogramm kann man das Foto noch
optimieren.
Nachschärfen.
Helligkeit korrigieren.
Kontrast korrigieren.
Farben korrigieren.
Ausschnitt wählen.
Retuschieren: Staubkörner oder defekte Kamerapixel
entfernen.
Links: Das Rad ist 15 mm hoch, 1:48. Dies ist das
Originalbild aus der Kamera.
Rechts: Dasselbe Bild, nach der Bearbeitung im Computer.
  
Wir hoffen, dass Ihnen der eine oder andere Hinweis nützlich
sein kann. Viel Spass beim Fotografieren.
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